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Trotz des großen wirtschaftlichen Wachstums steht China vor großen Herausforderungen

Trotz des großen wirtschaftlichen Wachstums steht China vor großen Herausforderungen
02/08/2018

Eines der wirtschaftlichen Hauptthemen der letzten Wochen ist die Zunahme der protektionistischen Maßnahmen zwischen China und den USA - d. h., zwischen zwei Ländern, die darum kämpfen, die globale führende Wirtschaftsmacht zu sein. Über die wirtschaftliche Situation in den USA wird relativ häufig berichtet, über die Situation in der chinesischen Wirtschaft und die damit verbundenen, durch das ostasiatische Land zu bewältigenden Herausforderungen jedoch nur wenig. Im Zusammenhang damit ist die kürzlich erschienene Analyse des Internationalen Währungsfonds interessant, in welcher die vergangene sowie zukünftige Entwicklung dieses Wirtschaftsgiganten analysiert wird.

Gleich zu Beginn dieser Analyse wird auf das außergewöhnlich schnelle Wachstum der Wirtschaft und des Lebensstandards der chinesischen Bevölkerung eingegangen. Damit steht auch die sinkende Zahl der in Armut lebenden Menschen im Zusammenhang. Es muss jedoch erwähnt werden, dass im nachfolgenden Diagramm schön zu erkennen ist, wie wichtig die Einwohneranzahl für die Größe der chinesischen Wirtschaft ist. Bei der Umrechnung des BIP pro Kopf liegt China nämlich weit hinter den westlichen Wirtschaften zurück und erreicht meistens nur einen Bruchteil des BIP pro Kopf der westlichen Länder.

Growing from strength-to-strength

Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft trägt auch zum relativ hohen Tempo in Bezug auf den Anstieg der Verschuldung bei. Dies belegt, dass die Schuldenproblematik zukünftig nicht nur die westlichen Länder betreffen muss. Auch wenn die Staatsverschuldung sowie die Verschuldung der Unternehmen und Haushalte im Vergleich mit den westlichen Volkswirtschaften nicht hoch ist, sollte das Tempo des Schuldenanstiegs alarmierend sein.

Rising debt

Eine weitere Herausforderung wird dann die Änderung der Ausgabenstruktur seitens der chinesischen Regierung darstellen. Diese finanziert zwar langfristig Projekte zur Förderung der Wirtschaft, bei ihren Bewohnern ist sie jedoch relativ sparsam. Der Punkt, dass die Chinesen bei sozialer Sicherheit nicht viel zu erwarten haben, ist relativ bekannt. Größere Probleme können jedoch niedrige Ausgaben im Gesundheitswesen zur Folge haben. In China kann man kein allzu gesundes Leben führen. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation zufolge sind letztes Jahr allein nur wegen der Luftverunreinigung 1,2 Millionen Menschen in China gestorben. Die Anzahl der Menschen mit gesundheitlichen Problemen aufgrund der Umwelt oder des relativ geringen Arbeitsschutzes ist in China hoch und die Situation wird sich Schätzungen zufolge noch verschlechtern. Somit müsste China am ehesten damit beginnen, mehr im Gesundheitswesen zu investieren. Dies würde jedoch bedeuten, dass das Geld an anderer Stelle fehlt.

China müsste dann auch Reformen der Realwirtschaft vorbereiten. Diese sollten dazu führen, dass der Einfluss des Staats abnimmt und die Privatsphäre an Bedeutung gewinnt bzw. dass Probleme gelöst werden, wie beispielsweise die hohe Anzahl der Zombiefirmen (Firmen, deren Betriebsgewinn die Zinskosten nicht abdeckt). Reformen, welche für diese Veränderungen sorgen, würden langfristig betrachtet zu einem gesünderen und nachhaltigeren Wachstum führen, wären jedoch bei den derzeitigen Politikern eher sehr unpopulär. In erster Linie wird den chinesischen Politikvertretern die Vorstellung von einer liberaleren Wirtschaft sicher nicht gefallen. Darüber hinaus würde sich die Wirtschaft durch diese Reformen kurzfristig eher verlangsamen und die positiven Aspekte würden erst später eintreten. Dies ist auch im nachfolgenden Diagramm zu sehen, wo der geschätzte Einfluss der proaktiven Politiker dargestellt ist, die um Reformen bemüht sind. Natürlich handelt es sich bei diesem Diagramm nur um eine Schätzung, da sich die genaue wirtschaftliche Entwicklung fast nicht vorhersagen lässt.

Der Bereich, wo China bereits große Fortschritte gemacht hat, ist die Digitalisierung. In diesem Bereich ist China in vielerlei Hinsicht dominierend. Die positive Einstellung der chinesischen Regierung gegenüber modernen Technologien im privaten und staatlichen Sektor, die steigende Anzahl der Technologiefirmen und die hohe Anzahl der Nutzer dieser Technologien machen aus China einen digitalen Giganten, bei dem davon auszugehen ist, dass er seine Position auch weiterhin verbessern wird. Des Weiteren sind die chinesischen Technologiefirmen sehr gut aufgestellt, um zukünftig vielleicht auch die Technologiefirmen in den USA überholen zu können.

Digital leaders

Was bedeutet dies ergo alles für die chinesische Wirtschaft? Bereits jetzt ist klar, dass das starke Wachstum Chinas weitergeht und dass sich am ehesten China innerhalb weniger Jahrzehnte zur globalen und konkurrenzlosen Wirtschaftsmacht entwickeln wird. Auf der anderen Seite ist es sehr problematisch, China als stabile und wirtschaftlich hoch entwickelte Volkswirtschaft zu betrachten, da das BIP pro Kopf immer noch nicht hoch ist und die Volatilität auf den chinesischen Märkten - sowohl auf den Aktien als auch auf den Währungsmärkten - auch weiterhin relativ hoch sein kann. Darüber hinaus haben hier auch die staatlichen Behörden langfristig einen wesentlichen Einfluss. Somit verfügt China im Unterschied zu den USA zwar über ein höheres Wachstumspotenzial, muss jedoch wesentliche Veränderungen umsetzen, welche zweifelsfrei auch Auswirkungen auf die gesamte globale Wirtschaft haben werden.

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