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Handelskriege – reale Gefahr oder unnötige Panik?

Handelskriege – reale Gefahr oder unnötige Panik?

Das aktuelle Wachstum der globalen Wirtschaft ist eines der höchsten in den letzten zehn Jahren. Darüber hinaus erstreckte sich das Wachstum des BSP im Vorjahr im Grunde auf alle Länder und Regionen, von der Euro-Währungszone über die USA, China und Japan bis hin zu den Ländern, die von Rohstoffexporten wie Brasilien oder Russland abhängig sind. Das war noch vor 2017 nicht üblich, weil sich immer eine Gruppe von Ländern fand, denen es aus verschiedenen Gründen wirtschaftlich nicht gut ging. In dieser Richtung sind auch die Aussichten auf ein starkes Wirtschaftswachstum für dieses Jahr positiv, jedoch mit einem großen Fragezeichen. Dieses Fragezeichen sind Handelsbarrieren und die mögliche negative Spirale von Handelsbarrieren, die bis zu einem Handelskrieg führen könnte.

Die Entwicklung des internationalen Handels hat vom 2. Weltkrieg bis zum heutigen Tag verschieden schnelle Phasen der Liberalisierung und Abschaffung von Handelsbarrieren durchlaufen. Die europäische Integration Europas, die Gründung von Vereinigungen wie NAFTA oder WTO und Chinas Beitritt zur WTO zu Beginn des 21. Jahrhunderts waren wichtige Meilensteine bei der Abschaffung von Handelsbarrieren und ebneten den Weg zu größerer wirtschaftlicher Prosperität. So, wie die Liberalisierung des Außenhandels verlaufen ist, ist auch gut aus dem folgenden Graph, auf dem der zunehmende Anteil des Weltexports am globalen-BSP zu sehen ist, ersichtlich.

Weltexport von Waren und Dienstleistungen (% des BSP)

Nun, im Jahr 2018, besteht die reale Gefahr, dass die siebzigjährige Geschichte der Lockerung von Barrieren im internationalen Handel durch eine Phase des Protektionismus ersetzt wird. Der Impuls zum Zerfall des freien Welthandels kommt übrigens aus einem Land, das zu einem seiner Garanten gehörte, aus den Vereinigten Staaten. Das Paradox ist, dass die USA zum Protektionismus in einer Zeit greifen, in der die US-Wirtschaft seit acht Jahren in Folge wächst, die Arbeitslosenquote die niedrigste in den USA seit Anfang des 21. Jahrhunderts ist und die protektionistischen Maßnahmen in der Tat wahrscheinlich am stärksten die USA selbst, beziehungsweise die untere amerikanische Mittelschicht, treffen würde. Die Gründe für die Einführung der Einfuhrzölle in den USA, um Arbeitsplätze in die USA zurückzubringen als auch im Zusammenhang mit der sehr niedrigen Arbeitslosenquote in den USA, scheint sehr bizarr zu sein. Genauso das Argument der nationalen Sicherheit, das verwendet werden kann, um fast alles zu rechtfertigen.

Seltsam sind aber auch die Argumente, dass die USA deutlich geringere Einfuhrzollsätze als die anderen Länder haben und dass infolgedessen amerikanische Unternehmen unter billigeren Importen und unlauterem Wettbewerb leiden. Aus dem folgenden Graph ist ersichtlich, dass die Industrieländer im Durchschnitt fast gleich hohe Zölle haben und die USA sogar einen etwas höheren durchschnittlichen Zollsatz als die EU und Japan haben. Einen etwas höheren durchschnittlichen Zollsatz hat China, was jedoch teilweise durch das niedrigere wirtschaftliche Niveau dieses Landes und somit auch durch den höheren Druck auf den Schutz der lokalen Unternehmen gerechtfertigt ist. Auf jeden Fall liberalisiert sich auch China langsam, aber dennoch im Außenhandel.

Zolllsatz, angewandt, einfacher Mittelwert, alle Produkte (%)

In diesem Augenblick, Ende März, kann sicherlich nicht eindeutig erklärt werden, dass sich die Welt am Anfang von Handelskriegen befindet. Wir können jedoch ruhig sagen, dass die Welt in den letzten Jahrzehnten noch nie so nah an Handelskriegen gewesen ist wie heute. Die kommenden Monaten werden entscheiden, ob wir es schaffen, die Spirale des Protektionismus früh genug einzudämmen. Daher bewerte ich in diesem Artikel noch nicht die Erhebung der Zölle durch die USA im März auf die Einfuhren von Aluminium und Stahl und die Einführung der Zölle auf die Einfuhren von ausgewählten Waren aus China im Wert von 60 Milliarden USD, weil es kein abgeschlossenes Kapitel ist.

Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 gab es global starke Bedenken, dass die Welt in Richtung Handelsprotektionismus schreitet, wozu es schließlich nicht gekommen ist. Bekannt ist die Erklärung des damaligen französischen Präsidenten N. Sarkozy, dass Protektionismus ein Schimpfwort ist. Die Welt schaffte es damals, dem Protektionismus auszuweichen, aber schafft sie das auch im Jahr 2018?

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