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Handelskriege machen die Märkte nervös

Handelskriege machen die Märkte nervös
11/07/2018

In den letzten Wochen ist eines der wirtschaftlichen Hauptthemen auf den Finanzmärkten das Risiko des Anstiegs der Einführung von protektionistischen Maßnahmen zwischen den USA und China. Die bisher getroffenen Maßnahmen haben aber eher eine psychologische Auswirkung, ehe, dass die globale Wirtschaft tatsächlich gefährdet sein würde. Wie schon der Ökonomieprofessor Chen Feixiang von der Universität in Shanghai erwähnte: „Wenn es bei der Höhe von 34 Milliarden USD enden wird, so wird es marginale Folgen auf beide Wirtschaften haben, aber wenn es auf 500 Milliarden USD ansteigen wird, wie es Präsident Trump gesagt hat, wird es große Folgen für beide Länder haben.“ Die derzeitige Auswirkung ist so eher psychologisch. Über eine lange Zeit haben die Märkte nämlich geglaubt, dass Donald Trump seine Versprechen bezüglich der protektionistischen Maßnahmen nicht erfüllen wird. Dies hat auch sein Nachgeben bestätigt. Auf dem Diagramm unten ist z.B. der Vergleich zwischen dem geplanten Volumen der Waren, die von den Zöllen betroffen sein sollten, und der tatsächlichen Entwicklung schön zu sehen. Autor des Diagramms ist die amerikanische Bank Goldmann Sachs. Es ist hier zu sehen, dass die protektionistischen Maßnahmen im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen bisher sehr gemäßigt sind.

Handelskriege machen die Märkte nervös

Angesichts der Warnung von Experten, dass Handelskriege nicht gewonnen werden können und eine Wirtschaftsrezession verursachen können, ergibt das Nachgeben Sinn. Den USA würde zudem eine Abschwächung ihrer Position in der globalen Wirtschaft drohen. Viele Staaten arbeiten nämlich mit den USA gerade wegen dem gegenseitigen Handel zusammen. Eventuelle protektionistische Maßnahmen könnten so zum Rückgang sowohl des Handels- als auch des Machteinflusses der USA in der Welt führen. Schön ist dann der genau umgekehrte Zugang von China zu sehen, das sich der Welt im Gegenteil dazu öffnet. Dies ist vor allem aus seiner Expansion in Europa und in Afrika offensichtlich. Diese Expansion wird jedoch vor allem in Europa nicht immer nur positiv wahrgenommen, denn ein Teil der chinesischen Investitionen hat auch einen strategischen Charakter und das Ziel, eine wirtschaftlich vorteilhafte Zusammenarbeit zu erreichen, steht manchmal erst an zweiter Stelle. Eine Reaktion darauf ist auch der neue Vorschlag der Europäischen Kommission für die Beurteilung von Investitionen aus Drittländern und deren Einfluss auf die Sicherheit und die öffentliche Ordnung der EU-Mitgliedstaaten. Andererseits ergibt der Anstieg des gegenseitigen Handels zwischen der EU und China Sinn und ist für beide Seiten vorteilhaft.

Die derzeitigen Maßnahmen der USA betreffen die mitteleuropäischen Länder (Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Slowakei – im nachfolgenden Text als CEE-Region) im Grunde genommen nicht allzu sehr. Sollten sich jedoch Donald Trumps Versprechen erfüllen und die protektionistischen Maßnahmen die EU mehr betreffen, würden sie auch die CEE-Region indirekt betreffen. Die CEE-Region exportiert an sich selbst nicht allzu sehr in die USA, aber die westeuropäischen Länder ja. Eine Beschränkung der westeuropäischen Exporte in die USA würde sich so auch durch eine Beschränkung der Exporte der CEE-Region in die westlichen Firmen projizieren. Das Hauptrisiko würde dann der Rückgang der Ausfuhr von Fahrzeugen sein. Die bilden nämlich ungefähr 13 % der europäischen Exporte in die USA. Die eigentliche Beschränkung der Ausfuhr von Fahrzeugen in die USA würde die Wirtschaft der CEE-Region in jedem Fall beschränkt betreffen und dieser Rückgang würde die Höhe des BIP höchstens in der Größenordnung von Zehnteln Prozent negativ beeinflussen. Dies ist zwar nicht wenig, eine Wirtschaftsrezession in der CEE-Region würde es aber wahrscheinlich nicht verursachen. Andererseits, wenn sich die Situation zuspitzen und die globale Wirtschaft tatsächlich in Probleme geraten würde, würden es die CEE-Länder als sehr offene Wirtschaften zweifelsohne unangenehm zu spüren bekommen. Solch eine Situation gibt es hier bisher aber nicht und es ist so vorzeitig, die Folgen der Handelskriege für die CEE-Region vorherzusagen. 

Zurzeit ist so eine Eskalation der Handelskriege das Hauptrisiko, und nicht die derzeitige gültige Form der protektionistischen Maßnahmen. Bisher ist somit eher Vorsicht als Panik angebracht. Die Vorsicht ist zudem auch wegen den weiteren Risiken notwendig, die die globale Wirtschaft gefährden. Es bleibt somit nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass Donald Trump dem Druck des Restes der Welt sowie der Mehrzahl der amerikanischen Ökonomen unterliegen wird, dass sich die Situation beruhigen und Donald Trump sich bewusst werden wird, dass Handelskriege nicht gewonnen werden können, dass es nur möglich ist, kleinere Verluste als der „Gegner“ zu erleiden.

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